Ansätze und Methoden der Fremdsprachendidaktik

Die heutigen Vermittlungsverfahren Deutsch als Fremdsprache/ Deutsch als Zweitsprache sind an der Kommunikativen Didaktik ausgerichtet. Als didaktisch-methodischer Entwurf geht die Kommunikative Didaktik davon aus, dass kommunikative Handlungssituationen und Mitteilungsabsichten der Lernenden den Mittelpunkt der Sprachlehre bilden.

Videobeispiel 6 - Ausgangspunkt Kommunikationssituation (Kommunikative Methode)

Videoausschnitt 6 zeigt ein Beispiel. Der Unterricht erfolgt einsprachig, nach der so genannten Direkten Methode. Die fremde Sprache wird bei einem solchen Vorgehen ohne Rückgriff auf die Erstsprachen der Lernenden unterrichtet - also "direkt". Lernziele der Kommunikativen Methode betreffen produktive und rezeptive Fähigkeiten, Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben gleichermaßen. Der Lernerfolg bemisst sich am kommunikativen Erfolg, der vor allem an der Verständlichkeit, weniger an der grammatikalischen oder phonetischen Korrektheit der Lerneräußerungen festgemacht wird.

Die Kommunikative Didaktik prägt die Diskussion um das Erlernen von Fremdsprachen seit den 1980er Jahren. Entsprechende Lernziele sind europaweit im "Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen: Sprachen lehren, lernen und beurteilen" (GER) beschrieben. Eine empirische Fundierung steht allerdings bislang weitgehend aus.

Die ebenfalls einsprachig verfahrende Audiolinguale bzw. Audiovisuelle Methode des Fremdsprachenunterrichts, die in den 1920 Jahren in den USA und Frankreich entwickelt wurde, zielt demgegenüber stärker auf ein Einschleifen von phonetischen und grammatischen Strukturen ab.  Die häufige Wiederholung  wiederkehrender Muster (pattern drill) soll zur Analogiebildung und induktiv zu einem impliziten Regelverständnis führen. Dabei spielt auch die Koppelung von Bild und Ton eine große Rolle. Ein entsprechendes Vorgehen findet sich heutzutage noch in einigen digitalen Lernprogrammen.

Alternative Zugangsverfahren zur Zielsprache sind zweisprachig vorgehende Unterrichtsmethoden. Die bekannteste ist hier die "GÜM", die Grammatik-Übersetzungs-Methode. Bei dieser wird ein fremdsprachiger Lesetext präsentiert und übersetzt. Im Mittelpunkt stehen die grammatischen Strukturen der Zielsprache, die durch interlineare Übersetzung und explizite Regelformulierung verdeutlicht werden. Durch Übersetzung in die Zielsprache werden die Kompetenzen der Lernenden überprüft. Eine einsprachige Variante der GÜM wird als Vermittelnde Methode bezeichnet. Wie die GÜM zielt sie auf die systematische Darstellung grammatischer Besonderheiten der Zielsprache ab, verzichtet jedoch auf einen Sprachvergleich. 

Kritik an der GÜM, der Vermittelnden und der Audiolingualen/ Audiovisuellen Methode betrifft die Vernachlässigung der kommunikativen Kompetenz der Lernenden. Zudem werden die lerntheoretischen Begründungen der Vorgehensweisen problematisiert. Die methodischen Verfahren haben sich jedoch als bewährte Zugangsweisen zu einer fremden Sprache bis heute erhalten und werden auch heutzutage noch eingesetzt.

 

 

Lernapps für Deutsch als Fremdsprache

Lernapps zur Aussprache 

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