Varianten und Varietäten

Verschiedene Erscheinungsformen einer Sprache bezeichnet man mit dem Ausdruck "Varietäten". Neben verschiedenen Dialekten werden auch die so genannte "Jugendsprache", lernersprachliche Systeme, ältere Sprachstufen sowie Fachsprachen als Varietäten angesehen.

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Die Unterschiede zwischen verschiedenen deutschen Dialekten sind zum Teil sehr groß. Auch der Status der Dialekte ist unterschiedlich. Während im Norden Deutschlands meist eine standardnähere, dialektübergreifende Regionalsprache gesprochen wird, werden die Dialekte im Süden neben verschiedenen abgeschwächteren überregionalen Varianten und standardsprachlichen Formen im Alltag häufig verwendet, etwa in der Familie oder im Freundeskreis, oder auch am Arbeitsplatz. Noch ausgeprägtere Dialektverwendung ist für Österreich und insbesondere für die Schweiz kennzeichnend. Dort wird die Standardsprache meist nur in formellen, durch Schriftlichkeit geprägten institutionellen Situationen verwendet.

Im Blick auf die Standardsprache geht man von "drei Deutschs", drei Standardvarietäten des Deutschen, aus: Das deutsche Deutsch, das österreichische Deutsch und das schweizerische Deutsch sind jeweils als eigene Varianten des Deutschen normiert und kodifiziert, d.h. in Wörterbüchern beschrieben und festgelegt.

Literaturhinweise

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