Seminarinhalt

Der Forschungsbereich "Gestik" hat in den letzten Jahrzehnten verstärkt Aufmerksamkeit erfahren. Dabei ersetzt der Begriff der "multimodalen Kommunikation" weitgehend den früher verwendeten Begriff der "nonverbalen Kommunikation". Im Hauptseminar werden wir uns mit verschiedenen Typen und Funktionen von Gesten befassen.

Videobeispiel 1: "Gestures around the World" (Yangpyoeng English Village, South Korea)

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Italianites

Der italienische Sprach- und Kulturraum, insbesondere der Raum um Neapel, gilt vielen als Inbegriff einer "Gestenkultur".  Wie Andrea de Jorio in einer ersten, vergleichenden Untersuchung (1832) feststellt, finden sich in der heutigen neapolitanischen Gestik noch Formen, die bereits aus der römischen Antike überliefert sind.

Videobeispiel 2: "Italian hand gestures" (Carlo Aurucci)

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Nonverbale Kommunikation - Kinesik

Unter der Bezeichnung "nonverbale Kommunikation" wurde die Gestik im 20. Jahrhundert Gegenstand empirischer Untersuchungen, zunächst in der Psychologie. In der Linguistik befasste man sich erst gegen Ende des Jahrhunderts systematischer mit dem Untersuchungsbereich. 

Videobeispiel 3: "Zwei Babies, zwei Minuten"

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Lie to me - Dr. Ekman und Dr. Lightman

Wesentliche Beiträge zur Erforschung der nonverbalen Kommunikation seit den 1960er Jahren lieferten auch die Arbeiten von Paul Ekman. Paul Ekman, emeritierter Professor für Psychologie an der University of California in San Francisco,  ist das Vorbild der populären Krimi-Serie  "Lie to me" (Trailer Staffel 1, Staffel 2) - der reale "Dr. Cal Lightman".

Ekmans Arbeiten schließen an Darwin und die Frage der Universalität oder Kulturspezifik von Körpersprache an. Kleine Hinweise, z.B. oft nur Millisekunden umfassende Gesichtsausdrücke oder Gesten (Micro-Expressions), lassen nach Ekman Schlussfolgerungen auf eine Emotionen zu, die die betreffende Person zu verbergen sucht. 

Das folgende Videobeispiel gibt einen Einblick in die Forschungsmethoden und Fragestellungen. 

Videobeispiel 4: "Dr. Paul Ekman on Expression and Gesture and Their Role in Emotion and Deception (part 2/2)"

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Die interkulturelle Differenz von Gesten

Der Einsatz von Gesten über Sprachen und Kulturräume hinweg ist mit widersprüchlichen Vorstellungen verbunden, die sich als Grundgedanken durch die Geschichte der Gestikforschung ziehen.

Einerseits vertraut man darauf, dass man sich 'mit Händen und Füßen' in einem fremden Land notfalls schon verständigen kann. Die Geste erscheint als "natural language of the hand" (so bereits Bulwer 1644), als Universalsprache, die von allen Menschen beherrscht und verstanden wird.

Diesem tiefen Vertrauen diametral entgegengesetzt ist die Erfahrung, dass sich die Gesten verschiedener Sprachkulturen stark unterscheiden. Videobeispiel 5 zeigt einige Beispiele aus dem koreanischen Sprachraum. 

Videobeispiel 5: "Korean Gestures"

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Gestik und Gebärdensprachen

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Gesten oft gemeinsam mit visuellen Sprachen, den so genannten Gebärdensprachen, behandelt. Inzwischen werden Gebärdensprachen als eigenständige Sprachen betrachtet.  In den letzten Jahrzehnten hat sich in vielen Ländern eine eigenständige Gebärdensprachforschung entwickelt. Terminologisch wird seitem im deutschen Sprachraum zwischen "Gesten" und "Gebärden" differenziert. Gesten gelten als sprachbegleitendes oder auch sprachersetzendes kommunikatives Mittel, Gebärden hingegen als Sprache selbst. Die Frage, ob auch Gebärdensprachen eine begleitende Gestikulation aufweisen, wird bejaht.

Im deutschen Sprachraum wird die "Deutsche Gebärdensprache" (DGS) gesprochen. Weitere Beispiele für Gebärdensprachen finden Sie in den nebenstehenden Links zu "Visuellen Sprachen" im Zusammenhang des Fremdsprachenlernprojekts "Signs2Go".

Videobeispiel 6: "Signing Times - Outside"

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Gestentypologien

Besonders starke Aufmerksamkeit haben bislang Gesten erhalten, deren Bedeutungen kurzen verbalen Äußerungen entsprechen.

Gesten dieses Typs werden von Ekman/ Friesen (1981) als "Embleme" bezeichnet. Cornelia Müller hingegen bestimmt sie funktional als performative Gesten, d.h. als Gesten, die eine Sprechhandlung vollziehen. Sie können auch alleinstehend, d.h. ohne weitere sprachliche Handlungen auftreten. Ein solcher Einsatz kommt in der Interaktion allerdings eher selten vor. Die meisten Gesten treten gemeinsam mit sprachlichen Handlungen auf.

Videobeispiel 7: "Sind Sie Feministin, Frau Merkel?"

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Der Transkriptionseditor ELAN

Der Transkriptionseditor ELAN des Max-Planck-Instituts wird häufig zur Transkription multimodaler Kommunikation genutzt, insbesondere, da er über eine slow motion -Option verfügt. So erlaubt ELAN die millisekundengenaue Erfassung gestischer Abläufe.

Eine Einführung in die Transkription mit ELAN geben Kollegen aus dem VILA - Video Research Lab Aalborg University in ihren Youtube-Video-Tutorials.

Videobeispiel 8: ELAN Tutorial 2

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Sprich mit! 1 - Hallo, wie heißt du?

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