Die direkte Methode als Zugangsweise zur Sprachlehre

Als "direkte Methode" können alle Sprachvermittlungsformen bezeichnet werden, bei denen"direkt" in der Zielsprache, d.h. ohne den "Umweg" einer anderen Sprache, mit den Lernenden kommuniziert wird. Direkte Methoden sind typischerweise durch das Prinzip der strikten Einsprachigkeit gekennzeichnet. 

Videobeispiel 1 Deutsch im Kindergarten (How to teach Kids, from a Prague kindergarten)

Im Verlauf der Entwicklung  didaktischer Methoden bildeten direkte Sprachzugänge Gegenmodelle zur Grammatik-Übersetzungs-Methode. Damit einher ging die Fokussierung gesprochener Sprache im Unterschied zu schriftlichen Texten, wie sie bei der Lehre der antiken Sprachen herangezogen wurden.

Videobeispiel 1 zeigt einen direkten Sprachzugang: Die Lehrkraft spricht ausschließlich Englisch. Der direkte Zugang wird mit einem handelnden Zugang verbunden, bei dem die Bedeutung der vermittelten Wörter ausagiert wird. Verben eignen sich für einen solchen Zugang besonders gut. Eine entsprechende Methodik ist als "Total physical response" (TPR) bekannt geworden. Sie wird oft den so genannten alternativen Methoden zugeordnet.

Die Metapher der "Direktheit" eines Lernwegs und die Vorstellung, ein Rückgriff auf andere bekannte Sprachen sei dabei ein "Umweg", muss natürlich hinterfragt werden. Besser ist hier von einer unmittelbaren Bindung an den Handlungsvollzug die Rede. Gesagtes und vollzogene Handlung laufen dabei parallel.

Für Lernvorgänge dieses Typs kann ausgehend von neurodidaktischen Überlegungen angenommen werden, dass sie zu einer nachhaltigen Verankerung von Vokabeln im Gedächtnis führen. Empirische Untersuchungen stehen hier allerdings noch weitgehend aus.

Literaturhinweis

Harr/Liedke/Riehl (2018), Kap. 3

Deutsch als Brückensprache - Übungen zur rezeptiven Mehrsprachigkeit

       


 

  

 

 

 

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